Tuesday, 30. August 2011 10:45 Alter: 7 yrs

Neues Nachbarschaftsrecht erleichtert energetische Sanierung

 

Mit dem Begriff „Nachbarschaftsrecht“ verbinden viele Menschen Nachbarschaftskrach. Und nicht selten wird auch bei Gebäudesanierungen das Nachbarschaftsrecht bemüht – zum Beispiel, wenn die Dämmung bis auf Nachbars Grundstück ragt. Eine Neuregelung soll Ärger vermeiden und die Sanierung erleichtern.

„Der größte Anteil am Energieverbrauch eines Altbaus – etwa 80 Prozent – wird für die Raumwärme benötigt. Hoher Energieverbrauch wird dadurch verursacht, dass die Wärme in der kalten Jahreszeit zu schnell durch Wände, Fenster, Dach und Boden abfließt, wenn Häuser unzureichend gedämmt oder undicht sind“, so Matthias Strehlke von der EnergieAgentur.NRW. „Aufgrund der bauphysikalischen und baulichen Gegebenheiten (Leitungsführungen, Wärmebrücken, Feuchte, kein Verlust von Wohnraum) sei eine Dämmung der Außenwand von außen einer Dämmung von innen im Regelfall vorzuziehen“, so Strehlke.

Bislang galt in NRW das Nachbarrechtsgesetz vom 15. April 1969, das Regelungen über Grenzabstände für Gebäude und für Pflanzen sowie zu Einfriedigungen enthielt. Danach war bei Gebäuden, die unmittelbar auf der Grundstücksgrenze stehen, die nachträgliche Anbringung einer Wärmedämmung oft nur mit der Zustimmung des Eigentümers des Nachbargrundstückes und unter erheblichem bürokratischem Aufwand möglich. In vielen Fällen bedurfte es auch eines Kaufs des nachbarlichen Grundstücksstreifens und den damit verbundenen Aufwendungen. „Hieran ist in der Vergangenheit so manches Sanierungskonzept gescheitert“, so Strehlke. Bereits 2007 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Sanierungsmaßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem möglich sind. Mit der geänderten Landesregelung werden Grundstückseigentümer – unter gewissen Voraussetzungen – zur Duldung der Wärmedämmung nun auch dann verpflichtet, wenn die Dämmung in ihr Grundstück hineinragt. Auch alle mit der Wärmedämmung notwendig zusammenhängenden baulichen Änderungen sind dann vom Nachbarn zu dulden (Beispiel: Anpassung der Dachkonstruktion, Fensterbänke oder Fallrohre).

Allerdings muss gewährleistet sein, dass das Grundstück des betroffenen Nachbarn nicht über Gebühr in Anspruch genommen wird und der sanierende Bauherr nur eine solche Wärmedämmung anbringt, die dem energetischen Standard der aktuellen EnEV entspricht. So muss ein Nachbar zum Beispiel keine nachträgliche Wärmedämmung auf Passivhaus-Standard dulden. Natürlich darf in diesem Zusammenhang auch keine Ausweitung der Wohnfläche erfolgen. Außerdem ist dem Eigentümer des betroffenen Grundstücks ein finanzieller Ausgleich zu leisten, der sich an den Bodenrichtwerten orientiert.

Weitere Informationen: E-Mail strehlke(at)energieagentur.nrw.de

Quelle: Energieagentur NRW


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