Monday, 16. April 2018 11:31 Alter: 6 days

Eigentum darf kein Luxus werden

 

Delegiertentagung der Katholischen Familienheimbewegung e.V.

Dortmund, den 14.04.2018:

„Eigentum darf kein Luxus werden. Die Grunderwerbsteuer muss Familien erlassen werden, um ihnen finanzierbares Eigentum zu ermöglichen“ so Reinhard Stumm (Bergheim), 1. Vorsitzender des Gesamtverbands der Katholischen Familienheimbewegung e.V. vor industrieller Kulisse in der „Zeche Zollern“ in Dortmund. Stumm eröffnete die zweijährlich stattfindende Delegiertentagung des Verbands vor rund 160 Teilnehmern.

„Wohneigentum dient als zuverlässige Altersvorsorge und führt zur Identifikation der Menschen mit ihrer Umwelt. Eigentümer kümmern sich um ihr Umfeld und tragen zur sozialen Stabilität von Wohnquartieren bei“, betonte Stumm. Deshalb sei es wichtig besonders Familien den Zugang zu Eigentum zu erleichtern. „Der lange aufgeschobene und im Koalitionsvertrag aufgeführte Freibetrag für die Grunderwerbsteuer muss endlich umgesetzt werden“, forderte Stumm mit Blick auf die Landesregierung. Gerade in NRW sei die hohe Grunderwerbsteuer von 6,5 Prozent eine Belastung für Familien mit dem Wunsch nach einem eigenen Heim.

Es folgten Grußworte der Dezernentin für Schule, Jugend und Familie der Stadt Dortmund und Stadträtin Daniela Schneckenburger sowie ein verlesenes Grußwort des Erzbischofs von Paderborn Herrn Hans-Josef Becker. Dieser dankte dem Verein und dessen Mitgliedern für den engagierten Einsatz durch den „es einer großen Zahl von Familien in Nordrhein-Westfalen möglich wurde oder wird, ein eigenes Haus zu besitzen“.

Andreas Hesener (Münster), Geschäftsführer des NRW-Gesamtverbandes, führte die Teilnehmer anschließend durch den Tätigkeitsbericht und aktuelle Themen im Bereich „Familiengerechtes Eigentum“.

In den kommenden Jahrzehnten liefen viele Erbbauverträge aus, so Hesener. Er mahnte an, dass die Bistümer in NRW schon bald sozialverträgliche Lösungen für die Behandlung von auslaufenden Verträgen finden sollten.

Auch zum aktuellen politischen Geschehen bezog der Geschäftsführer Stellung: „Ich hätte mir gewünscht, in Land und Bund wieder ein Ministerium vorzufinden, dass sich ausschließlich mit den Themen Bauen und Wohnen beschäftigt.“ Die im Koalitionsvertrag aufgeführte Einführung des Baukindergeldes und der mögliche Erlass der Grunderwerbsteuer für Familien, sieht Hesener jedoch als Weg in die richtige Richtung. Er forderte zusätzlich eine Deckelung der Hebesteuersätze: „Ein Anstieg des durchschnittlichen Hebesteuersatzes in NRW um 25% in den letzten 6 Jahren ist eine beunruhigende Entwicklung“.

Positiv äußerte Hesener sich über den von der Politik neu entdeckten Begriff der Heimat: „Das Aufleben des Heimatsbegriffs ist für uns die Chance deutlich zu machen, dass Eigentum mehr bedeutet als die eigenen vier Wände. Heimat ist ein Gefühl, aber auch ein Ort, an dem ich angekommen bin und an dem ich bereit bin Verantwortung zu übernehmen. Für mich, für meine Familie, aber auch durch politisches und soziales Engagement für die ganze Gemeinschaft.“ Sowohl die Landesregierung in NRW als auch die Bundesregierung hatten mit der Einführung eines „Heimatministerium“ für gespaltene Reaktionen gesorgt.

Der folgende Gastvortrag von Michael P. Sommer zur Vereinbarkeit von Ethik und Rendite, machte deutlich, dass Bankgeschäfte nicht ausschließlich auf Gewinne ausgerichtet sein müssen. Der Direktor des International Business der Bank im Bistum Essen zeigte eindrücklich, dass Banking auch im Sinne der katholischen Soziallehre funktionieren kann.

Auf der Tagesordnung stand ebenfalls die Entlastung der Vorstände und die Wahlen der Diözesanvorstände Aachen, Essen und Paderborn. Der formelle Teil der Tagung endete mit Schlussworten des Pastors Mirco Quint aus Gelsenkirchen. Der Verein lud seine Mitglieder anschließend zu einer Führung durch das Gelände „Zeche Zollern“ und einem gemeinsamen Kaffeetrinken ein.

Wahlergebnisse:
Walter Schmitz (Aachen) als Vorsitzender. Peter Stertz (Aachen) und Andreas Hesener (Münster) als Stellvertreter. Pfarrer Roland Klugmann (Viersen) als Geistlicher Beirat. Achim Schulz (Aachen), Heinz Tiemann (Herzogenrath-Merkstein), Willy Seidel (Herzogenrath), Elke Kessles (Eschweiler), Josef Driessen (Aachen), Norbert Koll (Aachen), Dr. Frank-Christian Jorde (Düren), Marcus Langels (Meerbusch) und Adolf Kessels (Eschweiler). 

Diözesanverband Essen:
Lothar Schäfer (Bochum) als Vorsitzender. Ulrich Herker (Bochum-Weitmar), Rudolf Kleverbeck (Hattingen) und Andreas Hesener (Münster) als Stellvertreter. Pastor Mirco Quint (Gelsenkirchen) als Geistlicher Beirat. Brigitte Pries (Essen), Norbert Klees (Hattingen), Stephan Peters (Essen), Theo Imkamp (Essen), Heinz-Theo Haske (Hattingen), Rolf Peter Buchholz (Essen), Peter Schierbock (Lüdenscheid), Winfried Flügge (Hattingen), Siegfried Haske (Hattingen), Thomas Pries (Essen) und Heinrich Berensmeier (Essen).

Diözesanverband Paderborn:
Manfred Sperling (Minden) als Vorsitzender. Jörg Hohm (Bergkamen) und Andreas Hesener (Münster) als Stellvertreter. Stephan Rabe (Hamm), Manfred Filipponi (Bergkamen), Manfred Hein (Minden), Hermann Klahold (Bad Driburg), Calin-Tiberius Negrea (Minden), Astrid Wöllhaf (Hamm) und Ralf Bosse (Hamm).

Allgemein

Die Katholische Familienheimbewegung e.V. ist ein Interessenverband für Familien, die Wohneigentum anstreben oder bereits ein Eigenheim besitzen. Der 1953 gegründete Mitgliederverband ist in den fünf Nordrhein-Westfälischen Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn tätig und vertritt die Interessen von rund 20.500 Mitgliedsfamilien in NRW. Nähere Informationen erhalten Sie unter 0251/4901811 oder unter www.familienheimbewegung.de.

 

 


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